Jerusalem – Stadt der Gegensaetze

Jerusalem
Jerusalem ist eine aufregende, eine wahnsinnige, eine verruecke Stadt. Aber Jerusalem ist auch wunderschoen. Es ist eine zweigeteilte Stadt, in der ich lebe. Vielleicht ist sie auch noch viel mehr geteilt, das haengt vom jeweiligen Standpunkt ab.
Fuer die meisten ist Jerusalem in einen West- und einen Ostteil getrennt. Der Westteil ist die moderne Stadt, der Okzident. Der Osten ist die alte Stadt, der Orient. Im Osten Jerusalem leben die Araber, im Westen der Stadt die Juden. Der Westen ist sekulaerer als der Osten, denn im Osten befindet sich die Stadt Davids, die Stadt, die Koenig David erobert hat. Im Osten liegt auch die Altstadt mit dem Tempelberg, auf dem sich der Felsendom und die Al-Aksar Mosche befinden, und an dessem Fuss die Klagemauer oder „Western Wall“ von der Baukust Herodes zeugt. Nur wenige Fussminuten entfernt findet man die Grabeskirche. Hier soll Jesus gekreuzigt worden sein, und ist ist auch sein Grab. Pilger zieht es vor allem in diesen Teil der Stadt, in den Westteil gehen sie hoechstens, um sich ein wenig von der Reise zu erholen und vielleicht einen Kaffee in einem der vielen Strassencafes Jerusalems zu trinken. Die gibt es in Jerusalem ebenso wie Diskos, Bars, Kneipen, eine Shopping Zone und alles andere, was man so aus modernen Staedten kennt.

Jerusalem ist eine Stadt der Gegensaetze. Sie ist alt und voller Geschichte und Tradition. Ihr Boden ist getraenkt vom Blut der Menschen, die ueber Jahrtausende Schlachten um sie gekaempft haben und fuer sie gestorben sind. Sie hat Propheten und Heilige hervorgebracht und das Bild der Welt immer wieder veraendert. Manche glauben, Jerusalem ist der Mittelpunkt der Welt. Vielleicht ist sie das wirklich, die Heilige Stadt, auf die sich immer alle Augen und Ohren und Fernsehkameras richten. Jeder kennt Jerusalem, zumindest dem Namen nach. Und doch, eigentlich ist die Stadt eher klein.
Ich kann bequem von der Alststadt in die Neustadt laufen und sogar bis zum juedischen Markt. Ich kann an einem Tag alle Parks Jerusalems besuchen, wenn mir danach ist.

Jerusalem ist international. Nicht nur der Menschen wegen, die hier geboren und aufgewachsen sind. Die Juden, die aus so vielen Laendern nach Israel eingewandert sind, und deren Sprachen man jeden Tag auf der Strasse hoeren kann. Die Araber, die einen Grossteil der Bevoelkerung Jerusalems ausmachen. Moslems und Christen. Die einen laufen verschleiert und mit traditioneller Kleidung durch die Stadt, die anderem mit den modernsten Hosen und beinahe schon zu viel geschminkt. Ich sehe Menschen mit Kippa, Keffiyeh, Kopftuch, Schlaefenlocken, Davidstern, Kreuz, Minirock, Galabiyyah, Zylinderhueten, und alles, was es dazwischen noch so gibt.
Und dann sind da noch die Auslaender, zu denen ich ja auch gehoere:
Pilger aus aller Welt, Moslems, Christen und Juden gleichermassen, Neugierige und Touristen, die wegen des Klimas gekommen sind, oder die einen Tag vom Toten Meer heraufgefahren kommen, Volontaere und Zivildienstleistende, Journalisten und Politiker, Kirchenleute, die zeitlich begrenzt oder dauerhaft in der Heiligen Stadt wohnen, Gastarbeiterund Neueinwanderer bevoelkern die Strassen der Stadt und praegen das Bild wesentlich mit.

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2 Gedanken zu “Jerusalem – Stadt der Gegensaetze

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