Guten Rutsch!!!!

Ich wuensche Euch allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2007 und freue mich auf ein weiteres Jahr mit Euch!!!!

Danke fuer Eure Kommentare und Ratschlaege.

Liebe Gruesse aus dem verregneten Jerusalem!!!

:wave:

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Weihnachten in Jerusalem

In Jerusalem feiern alle Weihnachten anders. Viele der Christen aus Jerusalem fahren nach Bethlehem. Das haben auch meine Eltern und ich getan. Waehrend viele, vor allem auch die Auslaender, allerdings abends nach Bethlehem fahren, um in der Geburtskirche in die Weihnachtsmesse zu gehen, fuhren wir schon morgens nach Bethlehem, um uns die Scouts und die Ankunft des Patriarchen anzuschauen.

Nach einem ausgiebigen Essen bei der Grossmutter meines Freundes, an dem auch einige Mitglieder seiner Familie teilnahmen, fuhren wir nachmittags dann wieder nach Jerusalem.

Leider ist es unmoeglich, in Jerusalem an echte Weihnachtsbaeume zu kommen. Daher habe ich mir schon vor Jahren einen Baum aus Plastik gekauft. Meine Eltern und ich haben ihn aus Zeitgruenden schon am 23. Dezember geschmueckt. Viele Christen im Heiligen Land schmuecken ihn aber ohnehin schon Anfang Dezember, um wenigstens ein bischen Weihnachtsstimmung zu haben:
Weihnachtsbaum Jerusalem 2006

Da ich krank wurde, hat mein Vater nach der Rueckkehr aus Bethlehem das Kochen uebernommen. Es gab eine tolle Suppe mit Matzenkloeschen, einen Rinderbraten mit Rotkraut und Kartoffeln und zum Nachtisch Brataepfel. Alles sehr deutsch. Neben meinem Freund, selbst arabischer Christ und zwei guten Freunden, einem Deutschen und einer russischen Neueinwanderin haben wir auch meinen israelischen Mitbewohner eingeladen, fuer den es sein erstes Weihnachten war.

Leider haben wir vergessen, Fotos vom Essen zu machen, daher seht Ihr hier nur leere Teller:
24.12.06 Jerusalem3

Obwohl wir schon um halb sieben mit dem Essen begannen, kamen wir erst kurz vor zwoelf zur Bescherung, sonst haetten meine Freunde den Bus verpasst. Jeder bekam einen bunten Teller. Die Bescherung mit meinen Eltern haben wir dann gemacht, alles alle Gaeste weg waren.

Da mein Freund arbeiten musste, haben wir die Bescherung mit ihm am 25. Dezember beim Fruehstueck nachgeholt.

Ich kann nur sagen, dass es ein sehr schoenes und harmonisches Weihnachtsfest war.

Id IlAdha

Heute faengt das Grosse Fest der Muslime an, das Id Iladha, Opferfest. Es findet in Gedenken Abraham statt, der von Gott gebeten wurde, seinen Sohn zu opfern. Am Ende hielt Gott ihn jedoch davon ab und gab ihm stattdessen einen Widder zum opfern.
Das Opferfest findet waehrend dem Monat der Hagg statt, dem Pilgermonat, waehrend dessen Millionen von Pilgern nach Mekka pilgern. Aber auch die Zurueckgebliebenen nehmen am Opferfest teil.
Auch in Israel und Palaestina wird das Id IlAdha gefeiert, das vier Tage dauert.

Gestern haben wir die Schafsboecke gesehen, wie sie an ihren Hoernern durch die Altstadt gezogen wurden, vorbei an orthodoxen Juden mit ihren traditionellen Fellhueten, die gerade vom Shabbatgebet an der Klagemauer zurueckkehrten.

Ab heute sind die muslimisches Schulen geschlossen, die Kinder bekommen Geschenke, alle tragen neue Kleidung, und es gibt jede Menge zu Essen.

Neben dem Il AlFitr, dem Zuckerfest am Ende des Ramaddan ist das Opferfest das bedeutendste Fest des Islam.

Ich wuensche allen Muslimen:

Kul Sane UIntu beheir, wie es auf Arabisch heisst!

Weihnachten in Bethlehem

Weihnachten in der Geburtsstadt Jesu ist anders, als Weihnachten in Deutschland. Obwohl Bethlehem der Ort ist, an dem Jesus nach der christlichen Tradition geboren wurde, sind die Christen dort mittlerweile eine kleine Minderheit, die vor allem auch auf Grund der politischen Lage weiter schrumpft.

Aber an Weihnachten ist das Stadtbild dennoch von ihnen gepraegt. Vor allem die Scouts der verschiedenen Kirchen und zum Teil auch der christlichen Schulen nicht nur aus Bethlehem, sondern aus dem ganzen Heiligen Land, kommen am Morgen des Heiligen Abends nach Bethlehem und ziehen mit Trommeln, Trompeten und Dudelsack durch die Stadt.

Ein interessantes Bild, an dem ich Euch teilhaben lassen moechte:

Bethlehem Peace Center 24.12.06 
Bethlehem Peace Center

Syrian Scouts Bethlehem 24.12.06

Syrischer Scout im Schottenrock

Syrian Scouts 2 Bethlehem 24.12.06
Syrische Scouts

Nativity Church Bethlehem 24.12.06
Die Geburtskirche

Bethlehem 24.12.06
Weihnachtsmann auf Stelzen

Es schneit!!!!

Ja, kaum zu glauben, aber es schneit. Leider sind die Feiertage nun schon vorbei. Weisse Weihnachten in Jerusalem, das waere auch zu schoen gewesen.
Aber tatsaechlich, es schenit, und der Schnee wird immer mehr.
Sollte er liegen bleiben, schicke ich Euch Fotos!

Eine Weihnachtsgeschichte

Stille Nacht…

Es hatte noch nicht geschenit dieses Jahr, einen Tag vor Heiligabend. So wie es aussah, würde es wieder einmal keine weiße Weihnacht geben. Es war sogar ungewöhnlich warm für einen Wintertag. Die Sonne schien besonders hoch am Himmel zu stehen und tauchte die Dächer der winterlich-weihnachtlichen Stadt in ein goldenes Licht. In den Straßen jedoch bemerkte es niemand der vielen Menschen, die, warm eingepackt in dicke Wintermäntel und in Schal und Mütze gehüllt, von Geschäft zu Geschäft eilten, um ihre letzten Weihnachtseinkäufe zu erledigen.
Nur ein alter Mann stand inmitten der hektischen, schwitzenden Menschenmenge und schaute zwischen den hohen, eng zusammengerückten Häusern nach oben hinauf. Jetzt war Weihnachten nicht mehr weit. Nicht hier unten, bei all den mit Tüten bepackten hin- und herrennenden Menschen und den unzähligen Kaufhäusern und Geschenkboutiquen, in denen unentwegt die Kassen klingelten und alle Verkäuferinnen kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen, konnte er fühlen, daß Weihnachten war. Aber die von der Sonne leuchtenden Dächer der Altstadt weckten in seinem Herzen diese ganz bestimmte, alljährlich wiederkehrende Weihnachtsstimmung. Er hatte schon vor Jahren aufgehört, die Tage zu zählen. Aber er fühlte immer, wenn Weihnachten vor der Tür stand. Und er hatte sich noch nie geirrt.

Der alte Mann wußte nicht, wie lange er schon so dagestanden und zum Himmel hinaufgeschaut hatte, denn er zählte auch die Stunden schon lange nicht mehr. Aber plötzlich fröstelte er. Ihm war kalt. So setzte er seinen Weg fort. Er ging durch die Geschäftsstraßen und betrachtete gelassen die vielen verlockenden Angebote in den Auslagen, ohne jedoch ein Verlangen nach diesem oder jenem zu verspüren.
Nur vor einem kleinen, unscheinbaren Bekleidungsgeschäft machte er Halt. Er schaute an sich herunter und bemerkte, daß er gar nicht für Weihnachten gekleidet war. Zwar war er im großen und ganzen schon mit sich zufrieden. Schließlich legte er immer besonderen Wert auf seine Kleidung. Dennoch fehlte zumindest eine festliche Fliege und ein neues Paar Schuhe. So schaute der alte Mann nach, ob er sich diese Dinge denn leisten könne und betrat daraufhin den Laden. Eine kleine Glocke begann heftig zu klingeln, als er die Tür öffnete.

Als es dunkel wurde, ging der alte Mann noch immer durch die Stadt. Er verließ die hell erleuchteten Einkaufsviertel und wand sich Richtung Stadtpark. Dort hatte der letzte Abend des Weihnachtsmarktes begonnen. Die Luft war erfüllt von den Düften gebrannter Mandeln und klebriger Zuckerwatte. Kleine Kinder strahlten an den Händen ihrer Eltern, zufrieden an einem Lebkuchenherz oder an einem in süße Schokolade getauchten Apfel knabbernd. Aus den Lautsprecherboxen des Kettenkarussels klang ein Weihnachtslied, und der Wind brachte die leisen Töne eines Leierkastens zu ihm herüber.
An einem Süßigkeitenstand, der aussah wie ein Hexenhäuschen aus „Hänsel und Greteö“, kaufte sich der alte Mann eine Tüte Walnüsse. Langsam schlenderte er über den Markt. Es wurde ruhiger um ihn herum, denn er hatte die meisten Stände schon hinter sich gelassen. Das Kettenkarussel war nur noch andeutungsweise zu hören, und auch der Leierkasten war verstummt.

Der alte Mann verließ den Weihnachtsmarkt und ging tiefer in den Park hinein. Hier waren die Wege spärlicher beleuchtetm und nur wenige aus Lichterketten geformte Weihnachtssterne schmückten die Laternen. In dieser Gegend fühlte er sich wohl. Es war ruhigm und er konnte die Geräusche der Eichhörnchen in den Baumwipfeln hören. Der Himmel war sternenklar. Auch der Mond schien hell und verwandelte den Park mit seinem geheimnisvollen weißen Licht in eine Märchenwelt.
Müde setzte der alte Mann sich auf eine Parkbank und warf den Eichhörnchen ein paar Walnüsse zu. Die kleinen Tiere schnappten sich die Nüsse mit ihren Pfötchen und verschwanden schnell wieder in den Wipfeln der Bäume. Lächeln schaute er ihnen zu und zog seinen Mantel ein wenig enger um sich. Er lehnte sich auf der Parkbank zurück und beobachtete die Sterne.

Über Nacht hatte es geschneit. Die Eichhörnchen hatten kleine, feine Spuren im Schnee hinterlassen. Stille hatte sich über die Bäume gelegt, die über und über mit Schnee bedeckt waren. Der ganze Park war weiß, und der Schnee glitzerte verführerisch in der Wintersonne. Es war eisig kalt, so daß einem beinahe der Atem in der Luft gefror. Aber der alte Mann fror nicht mehr.

3. Advent

Es ist kalt heute, sehr kalt. Wahrscheinlich sind es nicht mehr als 5 Grad draussen. Der Wind pfeifft eisig um die Haeuser, und durch die Fenster zieht es so sehr, dass die Kerzen auf meinem Adventskranz zu flackern anfangen. Drei Kerzen sind es nun, die unruhig brennen und Schatten an die Zimmerwaende werfen. Auf dem Plaetzchenteller duftet es nach Zimt und Vanille, und weihnachtlich schallt Musik aus dem CD-Player. Das Katerchen liegt zusammengerollt auf einer Wolldecke auf dem Bett. Seine Schnurrbarthaare zucken im Schlaf. Durch das Fenster an meinem Schreibtisch kann ich in den anderen Wohnungen die Chanukka-Kerzen leuchten sehen.
Jerusalems Innenstadt ist zu Chanukka mit vielen Lichtern geschmueckt. Es sieht beinahe weihnachtlich aus. Sogar ein paar Geschaefte haben Lichterketten in den Fenstern angebracht, und der russische Supermarkt, wo ich heute Wurst und Kaese gekauft habe, hat sogar einen kleinen Weihnachtsbaum mit blinkenden Lichtern im Fester stehen.
Morgen Nachmittag kommen meine Eltern. Und so ganz langsam schleicht sich auch bei die Weihnachtsstimmung an.