Checkpoint Bethlehem

Gestern habe ich das erste Mal den Checkpoint nach Bethlehem zu Fuss ueberquert.
Mit dem Auto ist das Ganze recht unkompliziert, auch wenn man zu Stosszeiten manchmal lange warten muss.

Zu Fuss sieht das ganze etwas anders aus:
Ich stieg aus dem Bus und folgte einer Menge Palaestinenser, die offensichtlich alle in Ostjerusalem arbeiten und dort vor allem die Drecksarbeiten erledigen, das war an ihrer Kleidung eindeutig erkennbar.
Man geht dort einen Weg hoch und steht dann vor dem Eingang des Checkpoints. Ein Soldat laesst immer nur wenige Personen eintreten, der Rest draengt sich ungeschuetzt in der Kaelte (Ich war froh, dass es nicht regnete). Drinnen gibt es fuenf Schalter zur Abfertigung, doch offen war trotz der Menschenmenge nur einer. Durch diesen mussten alle durch, auch von der anderen Seite. Es herrschte ein heilloses Gedraengel. Eine muerrische Soldatin sass hinter dem Schalter und liess sich IDs und Permits zeigen. Gab es ein Missverstaendnis, meckerte sie los, natuerlich auf Hebraeisch. Einige Araber verstanden sie nicht und waren recht ratlos, bis ihnen jemand das Hebraeische uebersetzte.
Auf der anderen Seite fuehrte ein vergitterter Gang durch die Mauer und ein weiterer vergitterter Gang an der andern Seite der Mauer entlang auf die Bethlehemer Seite. Ich kam mir ein bischen vor wie auf einem Schlachthof, wo das Vieh zusammengetrieben wird.

Doch eine positive Erfahrung machte ich dennoch: Als Frau liessen die arabischen Maenner mich vorgehen, damit ich nicht im Gedraenge und der Kaelte warten musste. Nun weiss ich von arabischen Freunden, dass dies nicht meine blonden Haare sind, sondern tatsaechlich einfach die Tatsache, dass ich eine Frau bin. Eine nette Geste in so einer machoistischen Gesellschaft.