Zum Grillen

Sobald der letzte Regen vorbei ist und die Naechte waermer werden, beginnt auch in Jerusalem und Bethlehem zu Grillsaison.
Dieses Jahr habe ich das erste Mal gegrillt, als in Deutschland noch dick Schnee lag. Die Familie meines Freundes hatte am letzten Sonntag vor Beginn der (orthodoxen) Fastenzeit zum Grillen eingeladen. Auf dem Dach des Hauses der Grossmutter, mitten in der Altstadt von Bethlem hatten die Onkel und Vater einen Eisengrill aufgestellt. Waehrend die beiden Maenner sich bemuehten, die Kohle zum Gluehen zu bringen, sprangen die Cousins zwischen der Erwachsenen auf dem Dach herum. Nur schwer waren die kleinen Jungs davon abzuhalten, bis in die hintersten Winkel des Daches zu klettern, wo sich eine schwarze Ziege zum Schlafen in den Schatten der Hauswand zurueckgezogen hatte. Die Frage, woher diese Ziege mitten in der Stadt kam und wie sie es ueberhaupt auf das Dach geschafft hatte, blieb unbeantwortet.
Nach einer Weile zog der verlockende Duft von gebratenem Lamm und Schweinekotteletts durch die Luft in die WOhnung der Oma hinauf, wo auf dem Tisch frisches, noch warmes Fladenbrot neben Hummus, Mtabbal und frischen Salaten auf die hungrigen Esser warteten.
Zum Nachtisch brachten mein Freund und ich noch Knaffe aus Beit Jala bei den Onkels vorbei, eine Suessigkeit aus warmem Ziegenkaese, einer Art duenner Nudeln und viel Sirup.
Von nun aus wuerden alle fuer die naechsten 40 Tage auf Fleisch, Milch und Eier verzichten – bis zum Ostersamstag.

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