Fenchelsuppe

Wenn man eine Kiste Fenchel (ca, 20 Knollen) zu Hause hat, muss man sich ueberlegen, die man diesen kocht, bevor er schlecht wird.

Eine Suppe ist da naheliegen.

Fenchelsuppe

6 Knollen Fenchel
1l Gemuesebruehe
1 Zwiebel
1 Becher Milch
Olivenoel
Salz, Pfeffer
1 Schuss Anisschaps oder Likoer, z.B. Pastis, Pernod, Arak

Die Zwiebel schaelen und klein wuerfeln. Den Fenchel waschen, die aeusseren Schichten entfernen und von den Stielen die Ansaetzen abschneiden. Fenchel ebenfalls klein wuerfeln.
Das Olivenoel in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel glasig braten. Im Anschluss den Fenchel hinzugeben und kurz mitanbraten. Die Gemuesebruehe hinzugeben, einmal aufkochen lassen und ca. 20 auf kleiner Flamme kochen.
Mit einem Puerierstab oder im Mixer puerieren, Milch und Schnaps hinzugeben, wuerzen und noch einmal aufkochen.

Wenn die Suppe zu duenn ist, kann man etwas Kartoffelbreipulver zum Andicken hinzugeben

Auf nach Reshafim

Fassungslos schaute ich die Dame im Informationshaeuschen der Bushaltestelle von Afula an: „Ja, aber ich muss doch in den Kibbutz. Was mache ich denn jetzt?“ Ich solle mir ein Taxi nehmen, war der erste Rat. Oder mit dem Bus Richtung Beit Shean fahren und den Busfahrer darum bitten, mich an der Kreuzung von Reshafim herauszulassen. Von dort koenne ich dann trampen.
Ich hatte nicht viel Geld und wusste damals auch noch nicht, dass Taxis in Israel verhaeltnismaessig guenstig sind. Also entschied ich mich fuer den Bus nach Beit Shean.
Der Busfahrer war auch sehr freundlich und liess mich tatsaechlich an der Kreuzung raus, obwohl dort gar keine Haltestelle war. Da stand ich dann mit meinem grossen Koffer plus Trolley in der gluehenden Hitze des Beit Shean Tals. Ich hatte weder eine Kopfbedeckung bei mir (Meine Muetze war irgendwo tief im Koffer vergraben), noch Wasser. Auf dem Wegweiser nach Reshafim waren nur wenige Kilometer angegeben. Ich glaube, es waren 4km.
Trampen im Nahen Osten? Das klang fuer mich nicht nur abenteuerlich, sondern vor allem eins: gefaehrlich. Ich wartete 10 min an der Kreuzung und liess ein Auto nach dem anderen an mir vorbeifahren. Ich traute mich einfach nicht, den Daumen hochzuheben und zu trampen.
Nachdem ich fast 20 Minuten in den Hitze gestanden hatte, beschloss ich, die 4 Kilometer zu Fuss zu gehen. Mein Trolley hatte auf der Rueckseite Traeger wie ein Rucksack. So schulterte ich den Trolley und zog den schweren Koffer hinter mir durch den Staub. Rechts und links der Strasse war alles verdorrt. Kein Fleckchen gruen, kein Baum, der Schatten spendete, nur alles gelb und grau. Im Hintergrund zeichneten sich Berge ab, wie ich spaeter erfahren sollte, war dort die Grenze nach Jordanien.
Schon nach wenigen Minuten wurde mein Durst immer schlimmer. Ich schwitze und mir war schwindlich von der unablaessig auf mich herabbrennenden Sonne. Immer wieder drehe ich mich um, um zu schauen, ob vielleicht ein Taxi kommen wuerde. Jetzt aergerte ich mich darueber, dass ich mir das Geld fuer ein Taxi sparen wollte. Aber nun war es zu spaet. Und natuerlich war weit und breit kein Taxi zu sehen…

Doch ploetzlich hielt ein Bus neben mir an, in dem lauter Kinder sassen. Der Busfahrer oeffnete die Tuer und fragte mich auf Englisch, was um Himmels Willen ich hier machen wuerde?
Nach Reshafim laufen, erwiderte ich. Entsetzt schaute der Fahrer des Schulbusses mich an. Bei der Hitze? Ohne Hut und Wasser? Ob ich lebensmuede sei? Nachdem ich ihm erklaert haette, dass ich als Volontaer in dem Kibbutz arbeiten wollte, und dass es keinen Bus mehr gab, forderte er mich kurzerhand auf, in den Schulbus zu steigen. Eines der Kinder machte mir auf den vorderen Sitzen Platz, und so kam ich doch noch klimatisiert in wenigen Minuten im Kibbutz an…

Fortsetzung folgt…

Neulich auf dem Markt…

… wurde mal wieder alles gleich kistenweise verkauft. Und wer eine ganze Kiste vom selben Obst oder Gemuese kauft, zahlt einen wesentlich geringeren Kilopreis, als wer das Gemuese abwiegen laesst.
Wenn man nun eine arabische Grossfamilie zu Hause sitzen hat, mit vielen hungrigen Kindern, Oma, Opa, und eventuell noch alle moeglichen Tanten, dann sind diese Kisten prima.
Wenn man jedoch einen eher kleinen Haushalt hat, so wie ich, mit meiner Wenigskeit und meistens noch mit meinem Freund, kann eine Kiste Gemuese -wohlgemerkt, eine Sorte Gemuese- ganz schoen viel sein.
Trotzdem konnten mein Freund und ich gestern mal wieder nicht widerstehen. Und so haben wir neben abgewogenen Tomaten, Paprika, Mandarinen und Bananen auch noch eine Kiste Miniwassermelonen (11 Stueck!) und eine Kiste Fenchel (ca 20 Knollen) gekauft…
Jetzt gibt es die naechsten Tage Vitamine pur.
Dass ich mich ungesund ernaehre, kann so zumindest niemand mehr behaupten 😉