Normalität

Normalität

Der Ramadan ist vorbei. Puenktlich mit Shabbatende hat auch das dreitaegige Eid geendet. Heute, am Sonntag, kehrt der Alltag nach Jerusalem zurück. Schon früh morgens kämpfen sich überfüllte Busse durch die Stadt. Im Westen wie im Osten. Araber und Juden versuchen gleichermassen, sich durch den dichten Verkehr der Stadt zu kämpfen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Heiss brennt die Sonne vom Himmel auf den Jerusalemer Asphalt. Viel zu schnell fahrende Busfahrer zwingen die Busse durch Schlaglöcher und über Strassenschwellen. Die Insassen hüpfen mit den Bussen mit.

Am Strassenrand im Westen drängen sich Rentner mit Einkaufswagen, auf dem Weg zum jüdischen Markt. Im Osten eröffnen die ersten Händler ihre Geschäfte. Wortfetzen ziehen durch die Strassen, hier und dort. Wo sind die Tomaten am günstigsten, wer hat die frischsten Gurken? Und was nur, ja was soll man zu Abendessen kochen?

In der Mittagspause gibt es Falafel in Pita oder Laffa, mit viel Humus und frischem arabischen Salat. Oder war es israelischer? Was macht das schon aus. Es immer derselbe Salat, klein gewürfelte Gurken und Tomaten, ein bischen Zwiebeln, Petersilie, mit einem Dressing aus Zitrone und Olivenöl. Der Name macht keinen Unterschied. Der Koch schon…

Der Feierabend rückt näher. Und immer noch dieselbe Frage: Was wird es wohl zum Abendessen geben?

Es war so furchtbar heiss heute, klagen die Alten. Stimmt, antworten die Jungen. Und zum Abendessen gibt es Wassermelone mit salzigem weissen Käse. Hier wie dort. Im Osten wie im Westen.

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4 Gedanken zu “Normalität

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