Spätsommerabend

Auch in Jerusalem geht der Sommer
in bunten Farben
zu Ende

Ein gelber Mond hängt rund
über den goldenen Mauern
der Stadt

Grün leuchten die Wände
der Laubhütten im
Abendlicht

Strahlend weiß ziehen
Pilger in Schwärmen
vorüber

Und in glänzender Pracht
feiert die Stadt
sich selbst.

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Das Kind

Das Kind steht allein
Am traumhaften Strand
Der Himmel strahlt blau
Auf warm weißen Sand

Es setzt seine Füße
Und geht Richtung Land
Anstelle der Mutter
Nur Luft in der Hand

Hier beginnt seine Zukunft
Es gibt kein Zurück
Und so geht es denn Vorwärts
Mit Hoffnung im Blick

Mein Lied an Dich

Ich muss doch schreiben
Mein Lied an Dich
So viele ungeschriebne Seiten

Die Melodie hängt still nur
In der Luft
Um leis Dich zu geleiten

Ich muss doch träumen
Meinen Traum von Dir
In viel tausendfach schlafloser Nacht

Und will er nicht kommen
Des träumenden Schlaf
Mein Herz wartet stille und wacht.

Freitag

Freitag

Minutenlang ertönt von gegenüber
So gegen Mittag zu mir rüber
Die Freitagspredigt durch die warme Luft

Am andern Ende liegt nun hingebreitet
Seit heute früh schon vorbereitet
Des Shabbatessens süßer Duft

Und Kinder spielen hier wie dort
An diesem ganz speziellen Ort
Ganz ohne sich zu streiten

Es wäre, denke ich gar nicht schwer
Gäb es nur diesen Hass nicht mehr
Auf beiden Straßenseiten

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Sandsturm

An einem Septembermorgen
Da blieb der Himmel dunkel trüb
Die Sommersonne lag im Dunst verborgen
Und schmutzig gelb war alles, was vom neuen Tag noch blieb.

Das Atmen fällt beim Laufen schwer
Der Wind bläst heiß und ungehemmt
Die Welt ist weg, das Auge leer
Alles Schöne in sandigen Wogen weggeschwemmt.

Wo Bäume gestern noch standen und grünes Gras
Im Hintegrund des Sommers Blau
Wo ich in ruhiger Stunde saß
Erhebt sich nur noch – Nichts – in Gelb und Grau.

So, denke ich, muss sie sein
Die finstre Einsamkeit
Ganz ohne Farb und Helligkeit
Läßt auch sie uns im Dunst allein.