Was Marzipan mit dem Fasten gemeinsam hat

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Während die einen das Osterfest bereits hinter sich haben, herrscht bei den Christen der Ostkirchen noch Fastenzeit. (Dazu gehören als syrisch-orthodoxe Christen auch ich und meine Familie)

Und bei der ganzen Osterschokolade fällt mir hierzu eine wunderbare Anekdote ein:

Nicht nur bei uns (Ostkirchen) fällt das Fasten etwas strenger aus. Früher – also um viele, viele Jahre früher, bedeutete auch bei den Katholiken das Fasten noch etwas anderes. So wurde in der Fastenzeit nicht nur auf Fleisch verzichtet, sondern auch auf jegliche andere tierische Produkte (ausgenommen Fisch und Meeresfrüchte). Dies bedeutete, dass auch auf Milchprodukte und Eier verzichtet wurde. Man lebte also, da die meisten keinen oder wenig Zugang zu Fisch hatten, praktisch vegan. Dies bedeutete, dass es außer Brot als Sattmacher kaum noch etwas zur Auswahl gab. (Gemüse und Obst wurden damals wesentlich weniger genossen, dazu machen sie eben auch nicht so satt)

Ach ja, nur Brot, Brot, Brot, das ist wahrlich Verzicht und kein Vergnügen. Und so erfand man aus Mandeln hergestellt das Brot des März. Brot auf Lateinisch nun bedeutet pane, März ist der Mars. Und nun umdrehen, und schon hat man das schöne Marzipan, und der Verzicht ist gleich viel besser zu ertragen 🙂

Nun, ob die Anekdote so stimmt, ich weiß es nicht. Aber bei uns gilt in der Fastenzeit immer noch: Vegan plus Fisch. Eine Herausforderung, das die Fastenzeit 48 Tage beträgt.

Als Koch werde ich kreativ bzw. bin es schon geworden. Die Rezepte findet Ihr demnächst hier.

Allen, die nicht (mehr) fasten, wünsche ich noch nachträglich Frohe Ostern!

 

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8 Gedanken zu “Was Marzipan mit dem Fasten gemeinsam hat

  1. Die Menschen waren noch viel trickreicher, was die Fastenprodukte anging. So galt der Biber zumindest bei den Katholen als genehm, da er einen schuppigen Schwanz haben soll (was natürlich nicht stimmt). Gut nicht jeder hatte einen Biber zur Verfügung: Biber = Fisch 😉 Ich kenne die Story mit der Marzipan anders: sie wurde angeblich in Lübeck während einer Belagerung erfunden, als man in den Speichern der Hansestadt nur noch große Mengen Mandeln und Zucker vorrätig hatte (natürlich keine Schokolade). Ich esse Marzipan für mein Leben gern (ganzjährig). Wir kommen ja ursprünglich von da oben. Aber bei den Protestanten wurde das mit dem Fasten eh nie so ganz eng gesehen… 😉 Zumindest nicht in unserer Familie.

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