Der Schmetterling

In grünen Wäldern
In blühenden Feldern
Ein Sommertanz im Licht.

Zwischen Tulpenblättern
Auf Fensterbrettern
Zeigt er sein schönes Gesicht.

Ein zartes Wirren
Ein sanftes Klirren
Ein leichter Flügelschlag.

Ein Regenbogen
Mit Gold verwoben
Schönheit für einen Tag.

(Jerusalem, 2006)

Gefunden – The Stolen Child

Eins meiner Lieblingsgedicht ist „The Stolen Child“ des irischen Autors William Butler Yeats:

Where dips the rocky highland
Of Sleuth Wood in the lake,
There lies a leafy island
Where flapping herons wake
The drowsy water rats;
There we’ve hid our faery vats,
Full of berrys
And of reddest stolen cherries.
Come away, O human child!
To the waters and the wild
With a faery, hand in hand,
For the world’s more full of weeping than you can understand.

Where the wave of moonlight glosses
The dim gray sands with light,
Far off by furthest Rosses
We foot it all the night,
Weaving olden dances
Mingling hands and mingling glances
Till the moon has taken flight;
To and fro we leap
And chase the frothy bubbles,
While the world is full of troubles
And anxious in its sleep.
Come away, O human child!
To the waters and the wild
With a faery, hand in hand,
For the world’s more full of weeping than you can understand.

Where the wandering water gushes
From the hills above Glen-Car,
In pools among the rushes
That scarce could bathe a star,
We seek for slumbering trout
And whispering in their ears
Give them unquiet dreams;
Leaning softly out
From ferns that drop their tears
Over the young streams.
Come away, O human child!
To the waters and the wild
With a faery, hand in hand,
For the world’s more full of weeping than you can understand.

Away with us he’s going,
The solemn-eyed:
He’ll hear no more the lowing
Of the calves on the warm hillside
Or the kettle on the hob
Sing peace into his breast,
Or see the brown mice bob
Round and round the oatmeal chest.
For he comes, the human child,
To the waters and the wild
With a faery, hand in hand,
For the world’s more full of weeping than he can understand.

Für mich so voll Magie und Sehnsucht nach dem Unbekannten, und gleichzeitig so aktuell in der Aussage…

Wäre ich dies Kind, ich würde mitgehen…

Und wundervoll vertont von Loreena McKennitt

Der Himmel über Jerusalem

Der Winterhimmel ist so schön da draußen. Ein sanftes Hellblau ersteckt sich als Kuppel über der Stadt, als wolle der Himmel sie beschützen. Weiße Wolken, zart, wie hingetupft zwischen all dem Blau.

Die Sonne taucht die Häuser in mattes Licht, nicht unbarmherzig und gleißend wie im Sommer, sondern sanft. Streichelnde Sonnenstrahlen auf Häuserwänden und in Gärten.

Vorsichtig scheint das Grün der Bäume und des Grases dem kalten Winterwetter zu trotzen. Die Luft ist fast frostig heute früh. Und doch zwitschern die Vögel, als sei der Frühling schon lange da.

Weiß scheint Jerusalem von hier oben. Die Farbe der Unschuld ruht auf dieser Stadt. Was eine Ironie des Himmels…

Abendgedicht

Am Himmel steht im Silberlicht
Ein blasser Mond in dunkler Nacht
In dessen ruhigem Angesicht
Ein Floetenspieler einsam wacht

Es klingt der Floete suesse Weise
In mondbeschien’nen stillen Waeldern
Im Winde zittern sanft und leise
Die reifen Aehren auf den Feldern

Ein Lufthauch streift verfuehrerisch
Durch’s sommergruene weite Land
Es legt die Welt zum Schlafen sich
Vertrauensvoll in Gottes Hand

(2008)

Elfentanz

Ich bin letztens nachts im Wald gewesen
Und wollte im Mondlicht Beeren lesen
Da sah ich plötzlich am Waldesrand
Dort wo die große Eiche stand
Einen Lichterglanz.

Ich näherte mich von Neugier getrieben
Und sah sie sich im Reigen wiegen
Seidene Kleider schwebten sacht
Sie tanzten dort im Schatten der Nacht
Einen Elfentanz.

Sie lockten mich und riefen mich an
Und zogen mich langsam in ihren Bann
Zögernd folgte ich ihren Schritten
Begab mich willig in ihre Mitten
Und gab mich ganz.

Nun ruft die Sehnsucht mich Nacht für Nacht
Wie eine ständige heimliche Macht
Und zieht mich zurück an den dunklen Ort
Dort warte ich nun in einem fort
Auf den Elfentanz.

26.08.2005