Gesagte Dinge I

Gesagte Dinge I

Hab ich das tatsächlich gesagt zu Dir, Anfang letzter Woche? Als wir da gemeinsam in der Küche standen und über Dinge sprachen, über die wir vielleicht gar nicht hätten sprechen sollen. Über Dich und über mir, aber nicht über uns. Ich in ein Handtuch eingewickelt nach der Dusche. Ein Handtuch, das nach Dir roch. Und jetzt auch nach mir. Nach einer Begegnung am Morgen, so flüchtig, als hätte sie gar nicht stattgefunden.

Wieviele Begegnungen dieser Art in einer Woche verträgt das Herz? Jede einzigartig in sich. Flüchtig und intensiv. Vielleicht für die Ewigkeit. Ich hatte schon fast vergessen, wie sich das anfühlt. Das Streicheln der Haut, der Schlag eines Herzens. Dachte ich.

Werden wir uns etwa fremd mit der Zeit, die vergeht? In der wir uns nicht sehen? Als ich da im Handtuch vor Dir stand, die laute Discomusik Deiner Erinnerungen in der Wohnung, da war nichts fremd. Da war alles so vertraut, als sei es schon immer so gewesen.

Und da habe ich es gesagt. Liebeskummer ist doch auch etwas schönes. Immerhin fühlst Du Dich lebendig, spürst Dich. Die Gefühle, die Dich überrollen. Das ist Leben, Lebendigkeit.

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, hat Hesse geschrieben. Und ja, das stimmt. Und das wissen wir auch. Aber dennoch, wenn es dann da ist, tut es doch weh. Einfach so. Ich würde jetzt gern wieder in Deiner Küche stehen. Im Handtuch. Oder in Jeans. Und Dir sagen, dass es vielleicht doch nicht so schön ist. Und dann könntest Du mich in den Arm nehmen, vielleicht. Und dann hätte das Ende doch was schönes. Einen Anfang. Vielleicht. Mit Dir.

Aber so ist es nur ein Ende. Nicht mit Dir. Eine andere Begegnung. In derselben Woche. Aber alles bleibt. In mir.

Ein letzter Tanz

Tausend Sonnen müssen scheinen
Tausend Monde auf- und untergehen
Wellen schlagen unaufhörlich an den Strand

Wolken, die vorüberziehen
Im Wechselspiel der Winde

Tag für Tag verinnt
Wie weißer Sand im Glas

Und wieder dreht sich die Uhr
Stunde um Stunde
Tag für Tag

Bis der Wind sich legt
Und die Sonne Platz macht
Für die Nacht

Und wir zwei
Unter funkelnden Sternen
Ein letztes Mal tanzen
 

Wenn Du mich fragst

Auch schon etwas älter 🙂 

Wenn Du mich fragst
Geh ich mit Dir
Und frage nicht nach richtig oder falsch
Frag nicht nach tiefrem Sinn.

Wenn ich Dich frag
Gehst Du mit mir
Und fragst mich nicht, warum
Fragst nicht, wohin.

Und keine Frage gibt es
Die noch bleibt
Kein andrer Sinn
Der uns in eine andre Richtung treibt.

Wenn Du mich fragst
Ist Liebe einfach da
Wird alles einfach, alles klar
Wenn Du mich fragst.

Jerusalem, 12.05.2014

Das Ding mit der Sehnsucht …

Ja, das ist so eine Sache mit der Sehnsucht.

Also, ich mag dieses Gefühl irgendwie. Für mich eins der intensivsten Gefühle überhaupt, das ich direkt physisch spüre.

Am ganzen Körper lässt sie mich spüren, dass ich lebendig bin. Und dann kommen auch die Worte, so einfach, so klar, ohne Arbeit oder Mühe. Nein, sie ist nicht anstrengend, die Sehnsucht, sie macht nicht traurig, sie ist nicht schwer.

Sie tut auch nicht weh, denn sie kann im Gegensatz zur Hoffnung nicht enttäuscht werden.

Sie ist einfach nur da, zieht und zerrt an mir, an meinen Nerven, an meinem Herzen und macht sich in mir breit.

Manchmal kommt sie aus heiterem Himmel, mit einem einigen Knall. Und BOOM, ist sie da, und ich weiß nicht wohin mit ihr, oder mit mir oder mit uns beiden.

Und manchmal kommt sie ganz sacht und still, vorsichtig von der Seite, eingeschlichen, und ich merk es erst kaum.

Aber immer begleitet sich mich, sitzt in irgendeiner Ecke und wartet, bis sie wieder hervor darf.

Manchmal ist es der grüne Wald, das duftende, frisch gemähte Gras, die Vögel in den Bäumen. Sehnsucht nach zu Hause, Sehnsucht nach der vergangenen Kindheit, Sehnsucht nach Geborgenheit, wie nur ein Kind sie spüren kann.

Manchmal ist es der blaue Himmel, Schwalben, die nach Süden ziehen, der Sonnenschein, der die Blätter der Palmen im Garten leuchten lässt. Sehnsucht nach Ruhe, Sehnsucht nach Ferne, Sehnsucht einfach nach dem Sein.

Manchmal ist es ein Lächeln, ein Blick, ein einziges Wort. Sehnsucht nach starken Armen, Sehnsuch nach sich fallen lassen, Sehnsucht nach mehr.

Sehnsucht nach Dir.

Alle Worte dieser Welt

Alle Worte dieser Welt
Scheinen leer und bedeutungslos
Im Vergleich zu dem, was ich fühle
 

In meinem Innersten verborgen
Schläft die Sehnsucht
Unbeschreibbar, unbesiegt

 
Nicht einmal meine Träume
Können begreifen
Was nicht zu verstehen ist
 

Wie der Klang unsichtbarer Perlen
Die leise in meinem Herzen
Aneinander schlagen

So sanft,
Dass nur Du es hören kannst

 
Das Lächeln in Deinen Augen
Das sich in den meinen spiegelt
Wenn ich schlafe

Illusion

Waren Deine Worte
die mich einhüllten
wie ein Gewand aus Seide

Waren Deine Augen
aus denen Wärme
und Zuneigung strömten

War Dein Lächeln
das so offen
und herzlich war

Waren diese Tage
die so neu und ungewohnt
daherkamen

War dies alles
(nur)
eine Illusion?

___________________________________

Wenn ja,
so war es zumindest
eine schöne Illusion

Letztens bin ich der Liebe begegnet

Letztens bin ich der Liebe begegnet
Sie war so still und leise
In unbekanntem Gewand

Sie sprach nicht mit mir
Sie sah mich kaum an
Ich hätt sie beinah nicht erkannt

Es war ein Lied, eine Melodie
Die Töne so zart und sacht

Ich hörte sie kaum
Und doch war sie da
Und trug mich durch dunkle Nacht

Nun lebt sie in mir
Die Liebe, das Lied
Und singt mir in einem fort

Es trägt mich Dein Lied
Deine Stimme zu Dir
An unbekanntem Ort.

Die kleinen Dinge

Es sind die kleinen Dinge
die mich lachen lassen:

Eine zarte Bewegung
der kleinen Hand
zahnloses Lächeln
am Morgen

Aneinander gereihte Silben
Ohne Worte
und doch
voller Sinn

Wie ein Vogel im Baum
Leises Gezwitscher
die hohen Töne
so klar

Im Gleichtakt
mit Deinem Duft
die Melodie
meines Herzens

Danke,
dass es Dich gibt!