Unbekannte Melodie

Neulich schwebte
eine unbekannte Melodie
durch die Luft
und vertrieb alle Wolken

Mein Herz wurde
so ruhig
und meine Träume
ganz still

Die Zeit hielt an
für diesen
einen
Augenblick

Und ganz tief
drinnen
in mir
breitete sich Wärme aus
und Geborgenheit

Und ich wusste sofort:
diese Melodie
kam
von Dir.

Geteilter Weg

Willst Du ein Stück des Weges
Noch mit mir gehen
Im weichen Gras sich
Hand in Hand
in weite blaue Himmel sehnen

Willst Du in meinen Armen
Noch einmal
durch regennasse Nächte tanzen
Mit mir gemeinsam Träume
in mondebeschiene Wiesen pflanzen

Willst Du mir diesen einen Kuss
noch schenken
Mein Herz noch einmal fest in Deiner Hand

Bevor sich zitternd alles auflöst
Und auch das zwischen uns
nur kurz gehalten, unsichtbares Band

Trotz allem

wir waren alle mal bei blog.de

Trotz allem
Ist Sommer geworden

Am blauen Himmel ziehen
Schönwetterwolken
Während im Schatten
Der Wind in den Bäumen spielt

In blühenden Kräutern
Summen Bienen und Wespen
Und erinnern
An andere Zeiten

Vogelstimmen singen Ihre Lieder
Voll Schönheit
Und Sehnsucht streicht
Durch die warme Luft

In den zarten Duft des Jasmins
Mischt sich das Glück

Als hätte ein Engel seine Flügel
Ausgebreitet und wispert
Im Spiel der leuchtenden Schatten:
„Alles wird gut“

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Kannst Du die Stille hören?

So, nun ist er vorbei, der höchste jüdische Feiertag, Yom Kippur. Für religiöse Juden ist es ein Tag der Einkehr, des Fastens und des Betens. An Yom Kippur, der nur kurz nach dem jüdischen Neujahrsfest folgt und eng mit dem Jahresbeginn verbunden ist, wird Gott um Vergebung für die Sünden gebeten. Aber auch unsere Mitmenschen werden um Vergebung gebeten für die großen und kleinen Fehltritte ihnen gegenüber.  Und das Verzeihen gehört im ganz persönlichen natürlich auch dazu. Es ist weder einfach, um Verzeihung zu bitten, noch zu verzeihen. Und dennoch gehört es zu den schönsten Dingen in zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn es denn gelingt.

Aber für die Kinder in Israel ist es der Tag des Fahrrads. Auch für meine Kinder. Denn am Yom Kippur halten sich fast alle in Israel an das ungeschriebene Gesetz, kein Auto zu fahren. Und so gehören die Straßen in den Städten und auch dazwischen – ja, sogar die Autobahn – für einen Tag den Fußgängern und Fahrradfahrern. Und so tummeln sich die Kleinen und Großen mit den Fahrrädern auf den Straßen und geniessen die autofreie Zeit. Und ruhigen Gewissens habe auch ich meine Große mit der Kleinen ganz allen auf die Straßen gelassen. Und sie haben es genossen.

Für mich aber ist Yom Kippur neben der religiösen Bedeutung und dem Spass für die Kinder vor allem eins: Ein Tag der Ruhe.

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Kannst Du die Stille hören
in den Straßen meiner Stadt
das Zwitschern der Vögel
das Fallen eines Blatt´s

Kannst Du die Stille hören
die der Wind mit sich bringt
das Lachen des Kindes
das in der Stille singt

Kannst Du die Stille hören
die über den Dächern trohnt
und die plötzlich entstandende Ruhe
die nun in meinem Herzen wohnt …

Ein letzter Tanz

Tausend Sonnen müssen scheinen
Tausend Monde auf- und untergehen
Wellen schlagen unaufhörlich an den Strand

Wolken, die vorüberziehen
Im Wechselspiel der Winde

Tag für Tag verinnt
Wie weißer Sand im Glas

Und wieder dreht sich die Uhr
Stunde um Stunde
Tag für Tag

Bis der Wind sich legt
Und die Sonne Platz macht
Für die Nacht

Und wir zwei
Unter funkelnden Sternen
Ein letztes Mal tanzen
 

Wenn Du mich fragst

Auch schon etwas älter 🙂 

Wenn Du mich fragst
Geh ich mit Dir
Und frage nicht nach richtig oder falsch
Frag nicht nach tiefrem Sinn.

Wenn ich Dich frag
Gehst Du mit mir
Und fragst mich nicht, warum
Fragst nicht, wohin.

Und keine Frage gibt es
Die noch bleibt
Kein andrer Sinn
Der uns in eine andre Richtung treibt.

Wenn Du mich fragst
Ist Liebe einfach da
Wird alles einfach, alles klar
Wenn Du mich fragst.

Jerusalem, 12.05.2014

Frühlingsnacht

Entstanden 2007. Aber wenn wir schon mal beim Thema Sehnsucht sind:

Frühlingsnacht

Sehnsucht, in den grünen Tälern
Bist Du wieder mir erwacht
Schlaflos stehe ich am Fenster
In der lauen Frühlingsnacht

Mit geschloss´nen Augen lausch ich
Blätterrascheln in den Bäumen
Sehne mich nach alten Tagen
Und nach ruhigen, sanften Träumen

Zart streift über meine Schultern
Leis das erste Morgengrauen
Rot erwacht der neue Tag
In den nebelschweren Auen

Meine Augen schließen sich
Müden von den dunklen Stunden
Auch die Sehnsucht geht nun schlafen
Um im Schlummer zu gesunden

Jerusalem, 21.05.2007

Wo bist Du

Wo bist Du, wo bist Du
Wann kommst Du zu mir
Nach all den langen Tagen

Nach all dem Warten
will ich ruhn und Dir
Nur viele schöne Worte sagen

Wenn nächtens alle Stimmen schweigen
Und nichts die Stille unterbricht
Dann lieg ich schlaflos in der Nacht

Ich schau dem dunklen Himmel zu
Und greife nach der Sterne Licht
In langer, ruheloser Wacht

Wo bist Du, wo bist Du
Wann kommst Du zu mir
Wohin nur bist Du entschwunden

Ich warte auf Dich
Ich sehn mich nach Dir
In all den dunklen Stunden

Regenbogen

Regenbogen

Dicke Wolken treiben stetig
über graue Himmel hin
Leise tropft ein sanfter Regen
immerzu zur Erde hin

Sehnsucht schläft in dunklen Kammern
Eingehüllt in tiefes Schweigen
tanzen auf den Fensterbänken
Regentropfen, süßer Reigen

Plötzlich dringt ein Sonnenstrahl
durch der Wolken dichtes Feld
farbig zarter Regenbogen
bunte, schöne, nasse Welt.

(Jerusalem, 2008)

Illusion

Waren Deine Worte
die mich einhüllten
wie ein Gewand aus Seide

Waren Deine Augen
aus denen Wärme
und Zuneigung strömten

War Dein Lächeln
das so offen
und herzlich war

Waren diese Tage
die so neu und ungewohnt
daherkamen

War dies alles
(nur)
eine Illusion?

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Wenn ja,
so war es zumindest
eine schöne Illusion