Es muss weitergehen

Die Sehnsucht muss weitergehen
Für unsere Träume
Gibt es keine Grenzen

Während der Regen
Unaufhörlich zu Boden fällt
Weicht die Erde auf
Und von Hass zertrampelter Grund
Wird fruchtbar

—————

Our desire must go on
For there shall be no limits
To our dreams

While the rain is falling
Relentlessly to the ground
The earth will be softened
And the hardened floor, trampled by hatred
Will be fertile again

Silencio – Still!

Wie kann ich mit Worten noch ausdrücken, was ich fühle, angesichts dessen, was um uns herum geschieht?

So traurig, so schmerzhaft ist es, dass auch ich versucht bin, mein Herz zu verschließen, um zu vergessen, um nicht mehr sehen und fühlen zu müssen…

Träne um Träne könnte ich weinen, und doch könnte kein ganzes Tränenmeer meine Traurigkeit hinweg waschen.

Das Lied „Silencio“ – sicher angesichts anderer Dinge geschrieben und gesungen, trifft doch genau, was ich fühle:

Duermen en mi jardin
Los nardos y las rosas, las blancas azucenas
Mi alma muy triste y pesarosa
A las flores quiere ocultar su amargo dolor

No quiero que las flores sepan
Los tormentos que me da la vida
Si supieran lo que estoy sufriendo
Por mis penas lloraran tambien

Silencio, que estan durmiendo
Los nardos y las azucenas
No quiero que sepan mis penas
Porque si me ven llorando moriran

Silencio, que estn durmiendo
Los nardos y las azucenas
No quiero que sepan mis penas
Porque si me ven llorando moriran

Porque si me ven llorando moriran

Silcencio – Ibrahim Ferrer u. Omara Portuondo

Requiem für die Lebenden

Ich weine nicht um die Toten
Sie können mich nicht mehr hören
Um die Lebenden weine ich
Und um ihre verschlossenen Herzen

Auf dass sie sich öffnen mögen
Und wieder sehend werden
Auf dass sie wieder fühlen und
Ihre Menschlichkeit wiederfinden.

Das Kind

Das Kind steht allein
Am traumhaften Strand
Der Himmel strahlt blau
Auf warm weißen Sand

Es setzt seine Füße
Und geht Richtung Land
Anstelle der Mutter
Nur Luft in der Hand

Hier beginnt seine Zukunft
Es gibt kein Zurück
Und so geht es denn Vorwärts
Mit Hoffnung im Blick

Krieg und Frieden?

Jetzt ist er doch noch angekommen in Jerusalem, der Sommer. Die Luft ist heiß und trocken geworden, nachdem es die letzten Wochen mild, am Abend sogar recht kühl war. Die feuchte Abendluft und der stetig kühlende Wind sind nun doch der Augusthitze gewichen. Ich hatte mich schon gefragt, wo er wohl bleibt, der Jerusalemer Sommer. Nicht, dass ich die angenehm kühlen Nächte nicht genossen hätte. Der morgendliche Gang zur Bushaltestelle ganz ohne Schwitzen, angenehme 28 Grad.

Und immer wieder Wolken am Himmel. Helle Schönwetterwolken meist. Aber auch dunklere Wolken, Wolken, die in Deutschland Regen verkündet hätten. Und die auch hier zumindest Frische und Schatten spendeten. Dazu der Geruch von Jasmin und reifen Feigen. Zu schön, um wahr zu sein.

Es gibt ein Sprichtwort in der israelischen Tradition: Wenn es im Sommer regnet, dann weint Gott. Er hätte auch allen Grund gehabt zum weinen in diesen Tagen und Wochen. So viele Gründe, dass es vielleicht zu viele waren, um mit heilenden Tränen hinweggespült zu werden…

Und jetzt, gerade zu dem Zeitpunkt, als der zweite Waffenstillstand zwischen Hamas und Israel in Kraft tritt, ist der Himmel wieder blau. Hellblau am morgen, mit einer unbarmherzig strahlenden Sonne. Schon um halb acht ist es heiß. Und trocken. Ist das ein Zeichen? Weiß der Himmel etwas, das wir noch nicht wissen?

Gebet

Oh Herr,
Fülle meine Tage mit Geschäftigkeit
Bis Wüstensand über meine Wünsche weht
und meine Träume bedeckt.

Gib mir keine Zeit zum Denken
Keine Zeit zum Fühlen
Keine Zeit zu Verstehen.

Lass die Zeit vergehen
Lass die Bilder und Gedanken vorüberziehen
Wie dunkle Wolken
An unheilschwangerem Gewitterhimmel.

Oh Herr,
Schenke mir die Gnade der Unwissenheit
Und das Vergessen der Zeit.
Denn ich ertrage es nicht mehr
Zu Sehen…

Zitat des Tages

„Auf die Letzt, wenn alle Länder werden in Asche liegen, wird man doch Fried machen müssen.“ (Wallenstein, zitiert nach Golo Mann, Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.)

Quote of the Day:
„At last, when all countries will be in ashes, you will still need to make Peace.“ (Wallenstein, quoted by Golo Mann, German History of the 19th and 20th centuries.)

Interessanter Artikel

Ich habe gerade in der englischen Version von Haaretz einen interessanten Artikel gefunden, warum Israel den Kampf gegen Hizbollah gewinnen muss:

Analysis

Ich hoffe ganz ehrlich, dass der Artikel Unrecht hat. Denn er sagt auch, dass der Frieden mit Aegypten und Jordanien gefaehrdet sei, sollte Israel diesen Kampf nicht gewinnen.
Da ich aber nicht moechte, dass die Kaempfe im Norden immer weiter gehen, muss dieser Artikel Unrecht haben. Denn wenn er Recht hat, gibt es keine Alternative, als im Suedlibanon solange zu kaempfen, bis die Infrastruktur der Hizbollah komplettt zerstoert ist, oder zumindest, bis die Hizbollah sich aus dem Suedlibanon fortbewegt. Das koennte aber Monate dauern und noch viele Menschenleben auf beiden Seiten fordern…