Besuch in Nordisrael Teil 3

Am naechsten Morgen mussten unsere Freunde uns unbedingt Fruestueck zubereiten. Ich versuchte, ihnen klarzumachen, dass es uns nicht stoere, nichts zu essen. Schliesslich mussten sie selbst auch fasten. Ausserdem war es uns mehr als unangenehm, dort mit ihnen zu sitzen und zu essen. Doch alles Beteuern half nicht. Die Mutter kam ploetzlich mit einen Tablett an, das gefuellt war mit Eiern, Brot, Labaneh und eingelegten Auberginen.
Nur mit Muehe liessen sie uns gehen, denn bei uns standen noch Akko und Caesarea auf dem Programm.
Nach Haifa schaften wir es leider nicht mehr.
So fuhren wir schliesslich durch Nordgalilaea vorbei an vielen Feldern und Doerfen in die Kreuzfahrerstadt Akko, deren Altstadt direkt am Meer liegt. Hier wurden wir nun endgueltig zu Touristen, die sich jeden Stein anschauten und durch jede Gasse liefen. Nachdem wir Stunden in der alten Citadelle verbracht hatten und durch einen Kreuzfahrertunnel unter Stadt entlanggelaufen waren, waren wir voellig geschafft. Trotzdem goennten wir uns nur einen schnellen Kaffee und machten uns mit dem Mietwagen direkt auf den Weg nach Caesarea, einer von Koenig Herodes erbauten Stadt am Mittelmeer.
Der Nationalparkt, in dem sich Caesare befand, wollte bei unserer Ankunft gerade schliessen. Doch der Mann im Eingangshaeuschen drueckte noch mal ein Auge zu und liess uns eintreten. Ich bin immer wieder begeistert von Caesarea, dass nicht nur durch seine gut erhaltenden Ruinen, sondern auch die tolle Lage am Meer beeindruckt. Gekroent wurde das ganze noch von einem wunderschoenen Sonnenuntergang.
Doch als wir aus Caesare zurueckkamen und zu unserem Auto liefen, begann unsere Pechstraene. Aber dazu spaeter mehr.

Besuch in Nordisrael Teil 2

Am Morgen schaute meine Schwester sich die Umgebung an, waehrend ich arbeitete. Erst zum Mittagsgebet sahen wir uns im Kloster der Benediktiner wieder, zu dem auch die Brotvermehrungskirche mit ihrem schoenen Mosaik gehoert. Im Anschluß luden die Brüder uns zum Mittagessen ein, das sehr lecker und außerdem durch eine nette Gesellschaft auch sehr unterhaltsam war.
Nach dem Mittagessen ging es zum Berg der Seeligpreisung. An diesem Ort hat Jesus seine Bergpredigt gehalten. Von dort hat man einen wunderbaren Blick ueber den See Genezareth. Leider hatten wir unsere Kamera vergessen und konnten daher keine Fotos machen. Direkt vom Berg der Seeligpreisung fuhren wir nach Nazareth zu einem Bekannten, mit dem wir spaeter gemeinsam zu seinen Eltern fuhren, um dort das Fasten zu brechen. Es handelt sich um einen Freund, die ich schon beinahe so lange kenne, wie ich in Israel bin. Da er Friseur ist, bestand er darauf, uns die Haare zu schneiden, was er sehr gut gemacht hat. Leider kamen wir deshalb zu spaet zum Fastenbrechen. Eine eher unangenehme Situation. Diese Bekannten sind Beduinen, die in Obergalilaea leben und israelische Paesse haben. Sie sind sehr warmherzig und haben sich ehrlich ueber unseren Besuch gefreut. Wir blieben die halbe Nacht wach, um uns zu unterhalten und miteinander zu essen. Eines der Maedchen bestand darauf, mit uns im Zimmer zu schlafen. Irgendwann war ich so muede, dass ich mitten im Gespraech einschlief.

Besuch in Nordisrael Teil 1

Um uns den Norden Israels anzugucken, hatten meine Schwester und ich uns einen Leihwagen gemietet. Ich hatte dies der Einfachheit halber per Telefon erledigt. Im Buero der Mietwagenfirma bekamen wir dann zu hoeren, dass das Geschaeft nicht ordnungsgemaess abgelaufen und daher nicht zustandegekommen war. Wir mussten das Auto also zu einem hoeheren Preis mieten als ausgemacht. Da uns nichts anderes uebrigblieb, stimmten wir zu und quaelten uns anschliessend durch den Feierabendverkehr Jerusalems, der durch den Ramaddan noch einmal so schlimm war. Leider mußten wir so auf den Besuch Jerichos verzichten, das direkt auf dem Weg nach Norden liegt – Es wurde bereits dunkel.
Zunächst stand Tabgha auf dem Plan, da ich dort am naechsten Morgen arbeiten musste, bevor mein Urlaub begann. Bei Tabgha handelt es sich um den Ort, an dem das Wunder der Brotvermehrung stattfand, und liegt direkt am See Genezareth. Es ist dort geradezu paradiesisch, wenn auch im Sommer tropisch heiss. Meine Schwester und ich hatten geplant, den Abend in Tiberias zuverbringen, und in einem der vielen Restaurants am Ufer des Sees frischen Fisch zu essen. Stattdessen bat man uns, mit den uebrigen Mitgereisten, die allen an dem Treffen des naechsten Tages teilnahmen, im Pilgerhaus zu essen. Statt eines gemuetlichen ungezwungenen Essens zu zweit, sassen wir nun also mit einer grossen Gruppe zusammen, einschliesslich des deutschen Botschafters. Immerhin war das Essen vorzueglich und die Gesellschaft nett. Der Abend jedoch wurde zu einem Arbeitsessen, das spaeter auf die Terasse des Hauses verlegt wurde, wo wir den Tag mit Arak ausklingen liessen.

Interessanter Artikel

Ich habe gerade in der englischen Version von Haaretz einen interessanten Artikel gefunden, warum Israel den Kampf gegen Hizbollah gewinnen muss:

Analysis

Ich hoffe ganz ehrlich, dass der Artikel Unrecht hat. Denn er sagt auch, dass der Frieden mit Aegypten und Jordanien gefaehrdet sei, sollte Israel diesen Kampf nicht gewinnen.
Da ich aber nicht moechte, dass die Kaempfe im Norden immer weiter gehen, muss dieser Artikel Unrecht haben. Denn wenn er Recht hat, gibt es keine Alternative, als im Suedlibanon solange zu kaempfen, bis die Infrastruktur der Hizbollah komplettt zerstoert ist, oder zumindest, bis die Hizbollah sich aus dem Suedlibanon fortbewegt. Das koennte aber Monate dauern und noch viele Menschenleben auf beiden Seiten fordern…