Es muss weitergehen

Die Sehnsucht muss weitergehen
Für unsere Träume
Gibt es keine Grenzen

Während der Regen
Unaufhörlich zu Boden fällt
Weicht die Erde auf
Und von Hass zertrampelter Grund
Wird fruchtbar

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Our desire must go on
For there shall be no limits
To our dreams

While the rain is falling
Relentlessly to the ground
The earth will be softened
And the hardened floor, trampled by hatred
Will be fertile again

Jerusalem, Stadt des Friedens?

Und nun sind wir dort angekommen, wo wir gar nicht hin wollten.
Wieder einmal sind die Straßen von Jerusalem erfüllt von Hass, Ignoranz und Gewalt.

Die Messer sind scharf, die Toten können nicht mehr schreien. Und die Lebenden schreien der Tod herbei.

Reifen brennen, Steine fliegen auf Busse, und die Trostlosigkeit einer Generation ohne Zukunft macht sich Luft in Gewalt und Rufen nach Rache.

Oh Gott, wo bist Du geblieben? Einst hattest Du Dir Jerusalem, die Heilige Stadt, als Deine Heimstätte gewählt. Wem soll sie nun noch Heimat sein? Wem kann diese Stadt noch Trost bieten?

Geliebtes Jerusalem, wo bist Du geblieben? Wo zwischen Deinen Steinen finde ich die Hoffnung auf Frieden wieder?

Überhört

Neulich goss ich Blumen auf unserm Balkon, während gegenüber die Arbeiter die Veranda der Nachbarn renovierten.

Mein Töchterchen rief von drinnen unverständliches nach draußen, worauf ich – recht laut- antwortete: „Ich versteh Dich nicht. Aber ich komm gleich rein.“

Gegenüber auf Arabisch „Ay Lura hada? / Was für eine Sprache ist das?“ – „Hay Almany. Ahsam min Il Arab / Das ist deutsch. Die sind besser als (wir) Araber“.

Krieg und Frieden?

Jetzt ist er doch noch angekommen in Jerusalem, der Sommer. Die Luft ist heiß und trocken geworden, nachdem es die letzten Wochen mild, am Abend sogar recht kühl war. Die feuchte Abendluft und der stetig kühlende Wind sind nun doch der Augusthitze gewichen. Ich hatte mich schon gefragt, wo er wohl bleibt, der Jerusalemer Sommer. Nicht, dass ich die angenehm kühlen Nächte nicht genossen hätte. Der morgendliche Gang zur Bushaltestelle ganz ohne Schwitzen, angenehme 28 Grad.

Und immer wieder Wolken am Himmel. Helle Schönwetterwolken meist. Aber auch dunklere Wolken, Wolken, die in Deutschland Regen verkündet hätten. Und die auch hier zumindest Frische und Schatten spendeten. Dazu der Geruch von Jasmin und reifen Feigen. Zu schön, um wahr zu sein.

Es gibt ein Sprichtwort in der israelischen Tradition: Wenn es im Sommer regnet, dann weint Gott. Er hätte auch allen Grund gehabt zum weinen in diesen Tagen und Wochen. So viele Gründe, dass es vielleicht zu viele waren, um mit heilenden Tränen hinweggespült zu werden…

Und jetzt, gerade zu dem Zeitpunkt, als der zweite Waffenstillstand zwischen Hamas und Israel in Kraft tritt, ist der Himmel wieder blau. Hellblau am morgen, mit einer unbarmherzig strahlenden Sonne. Schon um halb acht ist es heiß. Und trocken. Ist das ein Zeichen? Weiß der Himmel etwas, das wir noch nicht wissen?

Zitat des Tages

„Wer glaubt, durch die Schaffung neuer Siedlungen im Westjordanland geografische Fakten zu schaffen, die die Gruendung eines palaestinensischen Staates verhindern, faehrt das Auto mit Namen Israel mit voller Kraft an die Wand der internationalen Gemeinschaft.“

Gesagt bei Efraim Sneh waehrend der Konferenz „The Regional Implications of the Establishment of a Palestinian State“, durchgefuehrt am 10. Oktober in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Israel.

Zitat des Tages

„Auf die Letzt, wenn alle Länder werden in Asche liegen, wird man doch Fried machen müssen.“ (Wallenstein, zitiert nach Golo Mann, Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.)

Quote of the Day:
„At last, when all countries will be in ashes, you will still need to make Peace.“ (Wallenstein, quoted by Golo Mann, German History of the 19th and 20th centuries.)