Und ich tanze immer noch

Lang ist der Sommer vergangen
Die Gläser mit Rotwein sind leer
Und die Abendbrise verweht

Wintersturm treibt Regen und Hagel
Kälte liegt über der Stadt
Und alles Bunte vergeht

Die Sonne schläft hinter Wolken
Alles wird dunkel und still
Und der Himmel ist weit und hoch

Doch zwischen Wolken und Stürmen
Warte ich auf den Frühling
Und tanze immer noch

Der Himmel über Jerusalem

Der Winterhimmel ist so schön da draußen. Ein sanftes Hellblau ersteckt sich als Kuppel über der Stadt, als wolle der Himmel sie beschützen. Weiße Wolken, zart, wie hingetupft zwischen all dem Blau.

Die Sonne taucht die Häuser in mattes Licht, nicht unbarmherzig und gleißend wie im Sommer, sondern sanft. Streichelnde Sonnenstrahlen auf Häuserwänden und in Gärten.

Vorsichtig scheint das Grün der Bäume und des Grases dem kalten Winterwetter zu trotzen. Die Luft ist fast frostig heute früh. Und doch zwitschern die Vögel, als sei der Frühling schon lange da.

Weiß scheint Jerusalem von hier oben. Die Farbe der Unschuld ruht auf dieser Stadt. Was eine Ironie des Himmels…

Winter in Jerusalem

Kälte liegt über der
Heiligen Stadt
Eine Decke aus eisiger Luft
bedeckt Blumen und Gräser.

Schneelose Wintertage
ziehen vorbei
Kein Vogelsingen bleibt
am endlos grauen Himmel.

Pfützen aus Eis
und weißer Atem auf leeren Straßen
Die Illusion
einer friedlich gewordenen Stadt.

Spaziergang vor Morgen

Dunkel noch steht draussen der Wald
kahl die finsteren Baeume
Raschelnde Schritte in altem Laub
Klar die kalte Luft

Am Himmel die Sterne
und ein kuehler Mond
Einsame Ruhe in tiefem Tal
vor uns nur Gras und Wiese

Raureif auf gruenen Halmen
Schneegloeckchen im ersten Morgentau
Und am blassblauen Himmel
geht zaghaft am Morgen die Sonne auf

Rueckblick 2

Doch dann, Ende Januar, als es am unpassendsten war, kam der Schnee dann doch noch. Dafuer kam er richtig dicke. Ueber Nacht fing es an. Dicke, schwere Flocken fielen die ganze Nacht unaufhoerlich auf die Heilige Stadt. Dattelpalmen und die gelben Steine der Altstadtmauer verschwanden unter einer dicken, nassen Schicht Schnee. Morgens wachte ich auf und schaute aus dem Fenster auf eine mir beinahe unbekannte Welt (beinahe, da es schon einmal so geschneit hatte vor einigen Jahren). Die Strasse war dick mit Schnee bedeckt, kein Auto fuhr, kein Mensch befand sich auf der sonst so lauten Strasse, und immer weiter fiel der Schnee.
Unwirklich kam mir die Stadt so vor, ueber der ploetzlich der Himmel eingefallen und viel zu nah wirkte. Dazu diese Stille, die nur vom Schnee kommen kann.

Es war Dienstag morgen, und noch genau zwei Tage bis zu unserem Workshop, der am Toten Meer stattfinden sollte. Das Tote Meer mit seiner Sonne und seinem Wuestenklima schienen auf einmal weit, weit weg zu sein. Unvorstellbar, dass man in einer halben Stunde Fahrt nach Jericho gelangen sollte, wo es keinen Winter gab.
Doch ich genoss den langsam fallenden Schnee, obwohl ich schon nach wenigen Minuten nasse Fuesse hatte. Wer in Jerusalem besass schon Winterschuhe?

Zur Arbeit gelangen konnte ich so allerdings nicht, trotz des anliegenden Workshops. Statt dessen schaltete ich die Heizung in meiner Wohnung hoch und den Computer an. Immerhin wartete ich auf die Visa der Jordanier, die dieses Wochenende ebenfalls an unserem Workshop teilnehmen sollten. Doch ein kurzes Telefonat nach Amman bestaetigte mir, was ich schon befuerchtete: Auch in Amman fiel Schnee, und zwar so viel, dass alle oeffentlichen Einrichtungen geschlossen hatten, auch die israelische Botschaft. Wir mussten also auf den naechsten Tag warten und auf „besseres“ Wetter hoffen. Die Permits fuer die Palaestinenser hatten wir bereits. Das heisst, wir hatten sie nicht in unseren Haenden, sondern sie lagen beim DCO Bet El bereit zum abholen. Natuerlich war auch das DCO geschlossen…

Es schneit!!!!

Ja, kaum zu glauben, aber es schneit. Leider sind die Feiertage nun schon vorbei. Weisse Weihnachten in Jerusalem, das waere auch zu schoen gewesen.
Aber tatsaechlich, es schenit, und der Schnee wird immer mehr.
Sollte er liegen bleiben, schicke ich Euch Fotos!

Regenguesse und Sonnenschein

Eindeutig ist er seit diesem Wochenende da. Der Winter hat sich dieses Jahr nicht angeschlichen, sondern ist in einem heftigen Wolkenbruch und Gewitter dahergekommen. Das ganze Wochenende hat es nur so geschuettet. Heute ist der Himmel wie reingewaschen und strahlen blau. Aber die Regenwolken haben auch die letzte Oktoberwaerme mitgenommen. Brr, es ist richtig kalt, und wir haben im Buero sogar die Heizung an.

Bei uns in der Wohnung war sie Freitag und Samstag auch an. Aber nur von 17:00 bis 21:00h. Da die Heizung zentral an- und ausgestellt wird, kann man da leider nichts machen. Ausser einen Elektroofen anstellen und viel heisse Suppe trinken!