Rabenvogel

Mit lautem Krahkrah
sitzt er  da
schwarzes Gefieder
auf blauem Geländer
Und im Hintergrund
Die Frühlingsblumen
Stolz stößt er
den glänzenden Schnabel
an das verregnete Fenster
Nebel steigt auf
aus den Wiesen
und kargen Bäumen
Und schon dreht er um
langsam und bedächtig
grauschwarze Schwingen
erheben sich in die Luft
Noch einmal dreht er den 
Kopf zu mir
Ein stilles Good-Bye

Ich zünde eine Kerze an

Heut zünd ich eine Kerze an
mit warmem, weichen Licht
es soll Dich leiten in der Nacht
auch wenn es noch so dunkel ist

Erinner Dich, das jede Nacht
und sei sie noch so lang
doch irgendwann zu Ende geht
Und Platz macht für den Tag

Mit dieser einen Kerze hier
ich bitte Dich ganz fest
nimm dieses Licht aus meiner Hand
und gibt es weiter, teile es
Mit jedem, der es braucht

Und zünde weitre Kerzen an
mit warmem weichen Licht
so leuchten wir gemeinsam dann
durch jede dunke Nacht

Novembernachmittag

Nachdem es tagelang gewittert und geregnet hat, ist es heute relativ warm, und vor allem trocken.

Nach einem ruhigen Vormittag sind wir nun am frühen Nachmittag auf dem Spielplatz gelandet. Die Kinder haben Katzenfutter dabei für ein kleines rotes Katerchen, dass schon sehnsüchtig wartet.

An diesem Shabbat ist es ruhig. Nur wenige Kinder spielen auf den Rutschen und Schaukeln. Meine kleine hat in ihrer lustigen Mischung aus Hebräisch, Deutsch und Englisch sofort Freundschaft mit zwei kleinen Kindern gefunden. Sie teilen sich das wilde Katerchen ebenso wie eine kleine Schnecke, die sie im Gebüsch gefunden haben.

Die Grosse weiss nicht so genau, was sie mit sich anfangen soll und fährt auf ihrem neuen Fahrrad Runde um Runde um Runde.

Ich schaue in den graublauen Novemberhimmel und freue mich über den schönen Tag.

Schon bald wird es laut, wenn die Mütter mit ihren Kindern kommen, während die Väter im Vorhof der Synagoge beten.

Hier zwischen Kinderlachen und warmem Herbsttag ist es fast, als gebe es gar kein Corona….

I

Unbekannte Melodie

Neulich schwebte
eine unbekannte Melodie
durch die Luft
und vertrieb alle Wolken

Mein Herz wurde
so ruhig
und meine Träume
ganz still

Die Zeit hielt an
für diesen
einen
Augenblick

Und ganz tief
drinnen
in mir
breitete sich Wärme aus
und Geborgenheit

Und ich wusste sofort:
diese Melodie
kam
von Dir.

Neues Rezept! Chicoree

Chicoree mal ganz anders – in Trüffelöl gedünstet und getoppt mit Putenschinken und warmem Camembert

Drei kleine Chicoree in Scheiben schneiden. In einer Pfanne 1EL Trüffelöl erwärmen und den Chicoree langsam dünsten. Kurz vor Schluß 80gr Putenschinken hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken.

75gr Camembert in mundgerechte Stücke schneiden und kurz vor dem Servieren mit erwärmen.

Einfacher geht es kaum. Und die Geschmackskombi ist fantastisch!

Geteilter Weg

Willst Du ein Stück des Weges
Noch mit mir gehen
Im weichen Gras sich
Hand in Hand
in weite blaue Himmel sehnen

Willst Du in meinen Armen
Noch einmal
durch regennasse Nächte tanzen
Mit mir gemeinsam Träume
in mondebeschiene Wiesen pflanzen

Willst Du mir diesen einen Kuss
noch schenken
Mein Herz noch einmal fest in Deiner Hand

Bevor sich zitternd alles auflöst
Und auch das zwischen uns
nur kurz gehalten, unsichtbares Band

Trotz allem

wir waren alle mal bei blog.de

Trotz allem
Ist Sommer geworden

Am blauen Himmel ziehen
Schönwetterwolken
Während im Schatten
Der Wind in den Bäumen spielt

In blühenden Kräutern
Summen Bienen und Wespen
Und erinnern
An andere Zeiten

Vogelstimmen singen Ihre Lieder
Voll Schönheit
Und Sehnsucht streicht
Durch die warme Luft

In den zarten Duft des Jasmins
Mischt sich das Glück

Als hätte ein Engel seine Flügel
Ausgebreitet und wispert
Im Spiel der leuchtenden Schatten:
„Alles wird gut“

Ursprünglichen Post anzeigen

Ich hatte einen Traum …

Als ich 19 Jahre alt war. Als ich das erste Mal aus Israel und dem Nahen Osten zurück kam. Ich hatte Jerusalem besucht und war von dort mit dem Bus nach Jericho gefahren. Ich war in Tel Aviv im Meer baden und in Sharm El Sheikh in Ägypten. Ich war in Petra in Jordanien, in Aqaba und Eilat auf der anderen Seite der Grenze. In Ramallah, Amman, Kairo und Tel Aviv traf ich Menschen, die mir ihre Geschichten erzählten, Geschichten ihres Lebens.

Ich kam zurück nach Deutschland und änderte meine Studienpläne. Ich begann Judaistik und Islamwissenschaften zu studieren. Arabisch und Hebräisch. Als man mich fragte, warum, sagte ich:

„Ich möchte für den Frieden im Nahen Osten arbeiten“

Und hier bin ich, seit 2001 in Jerusalem. Seit 2007 „arbeite ich für den Frieden“. Manchmal frage ich mich, wofür? Was bringt es schon? Der Krieg und das Töten gehen doch weiter… Für wen, für was tue ich mir das Jahr für Jahr an?

Aber dann kommt wieder der Memorial Day. Oder ein gemeinsames Iftar im Ramadan zwischen Juden, Christen und Muslimen. Oder ich treffe Eltern im Kindergarten, Israelis, Palästinenser und andere Ausländer wie ich.

Und dann weiß ich wieder, wofür.

Für alle diese Menschen, die doch nur Frieden wollen…